Auf dieser Seite sehen Sie die schreibgeschützte und geprüfte Version eines Artikels aus dem Einsatzleiterwiki-Projekt. Wenn Sie einen Artikel bearbeiten bzw. am Projekt aktiv mitarbeiten möchten, so besuchen Sie bitte das bearbeitbare Wiki. Für weitere Informationen zum Projekt allgemein rufen Sie bitte diese Seite auf.
Unfall in einem Kernkraftwerk - Taschenkarte BfS
Quellenangabe
Stichwörter
Taschenkarten für den Radiologischen Notfall KARTE 5
UNFALL IN EINEM KERNKRAFTWERK Kernkraftwerke unterliegen hohen Anforderungen an die Sicherheit und Sicherung der Anlagen. Dennoch kann es zu Unfällen kommen, bei denen möglicherweise radioaktive Stoffe in die Umwelt freigesetzt werden können. Diese können sich auf unterschiedlichen Wegen verbreiten.
Was sind die Gefahren? Radioaktives Material lagert sich in der Umgebung des havarierten Kernkraftwerks ab und verursacht so eine Exposition von Personen Die sich ablagernden radioaktiven Stoffe können Personen, die sich im Freien aufhalten, Gebäude, Nahrung, Gewässer und andere Lebewesen kontaminieren Menschen können radioaktive Stoffe durch Einatmen oder über die Nahrung in den Körper aufnehmen Es besteht das Risiko, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erleiden, die langfristig etwa zu Krebs führen können
Was erwartet mich als Einsatzkraft? Akute Strahlenschäden sind für die meisten Betroffenen unwahrscheinlich. Es sei denn, sie befinden sich im Nahbereich (in der Regel weniger als 2 bis 3 km Entfernung zum KKW) oder auf dem Gelände des KKW Evakuierung (Schutzmaßnahme): kann bis ca. 20 km Entfernung um das KKW erforderlich werden. Evakuierung wird nur durchgeführt, wenn sie vor dem Eintreffen der radioaktiven Wolke und etwaiger Ablagerung radioaktiver Stoffe abgeschlossen werden kann, sodass keine Exposition oder Kontamination der Einsatzkräfte während der Evakuierung zu erwarten ist
Taschenkarten für den Radiologischen Notfall Copyright BfS, www.bfs.de/notfallschutz
Aufenthalt in Gebäuden (Schutzmaßnahme): kann bis ca. 100 km Entfernung notwendig werden (in Ausbreitungsrichtung der radioaktiven Wolke). Gilt auch für Einsatzkräfte Einnahme von Jodtabletten (Schutzmaßnahme): kann bis ca. 200 km Entfernung erforderlich werden (in Ausbreitungsrichtung der radioaktiven Wolke). Gilt auch für Einsatzkräfte Gebiete, in denen Evakuierung, Aufenthalt in Gebäuden oder Einnahme von Jodtabletten angeordnet werden, zählen zum Gefahrengebiet. In diesen Gebieten Schutz- und Überwachungsmaßnahmen für Einsatzkräfte beachten
Wie kann ich mich als Einsatzkraft schützen und was ist zu beachten? Für den Schutz der Einsatzkräfte gilt ein gestaffeltes System von DosisReferenzwerten, das verschiedene Arten von Notfalleinsätzen berücksichtigt. Die für den Schutz der Einsatzkräfte Verantwortlichen (z. B. Einsatzleitung) planen die Einsätze so, dass diese Referenzwerte nicht überschritten werden Die für den Schutz der Einsatzkräfte Verantwortlichen (z.B. Einsatzleitung) müssen dafür sorgen, dass die Exposition einer Einsatzkraft ermittelt (z. B. über Personen-Dosimeter) oder abgeschätzt wird In einem Notfall sind alle Einsatzkräfte vorab über die mit dem Einsatz verbundenen gesundheitlichen Risiken und die zu treffenden Schutzund Überwachungsmaßnahmen zu unterrichten Im Gefahrengebiet (s.o.): in der Regel persönliche Schutzausrüstung (PSA) einschließlich einfachem Atemschutz (FFP2/3-Maske) verwenden Aufenthalt im Gefahrenbereich schriftlich dokumentieren Nach einem Einsatz: Wenn eine gesundheitliche Gefährdung durch Kontamination oder Strahlenexposition nicht ausgeschlossen werden kann: Untersuchung durch ermächtigte*n Arzt/Ärztin

Diskussion