Pfählungsverletzung - Patientenbefreiung
Maßnahmen
Pfählungsgegenstand im Körper belassen: Gegenstand in der vorgefundenen Lage belassen und möglichst nicht bewegen.
Ausreichend einkürzen: Muss der Gegenstand für den Transport oder die Rettung gekürzt werden, sollte dies nach Möglichkeit auf weniger als 65 cm erfolgen. Dies stellt sicher, dass der Patient im Krankenhaus ohne Verzögerung durch die Einschuböffnung (Gantry) des CT-Geräts passt.
Patienten vor dem Trennen sichern: Der Verletzte muss vor dem Trennvorgang so stabilisiert und gesichert werden, dass sich seine Lage während und nach dem Kürzen nicht verändert, um weitere Verletzungen zu vermeiden.
Enge Absprache zwischen Feuerwehr und Notarzt
Rettungsmodus abwägen: Je nach Gefährdungslage muss zwischen einer schnellen (Sofortrettung) und einer patientenschonenden Rettung entschieden werden.
Kriterien für das richtige Trenngerät beachten::
Wärmeentwicklung und Wärmeleitung
Vibration und Bewegung des Gegenstands
Vermeidung von Wundverschmutzung
Auswahl des Trenngeräts
Je nach Material des Pfählungsgegenstands (Holz, Metall, Verbundstoffe) und den einsatztaktischen Prioritäten kommen verschiedene Trenngeräte in Betracht:
1. Vibrations- und geräuscharme Trenngeräte (Bevorzugt)
Diese Geräte minimieren die Übertragung von Schwingungen auf den Patienten und verhindern eine zusätzliche Gewebeschädigung.
Elektrische Säbelsäge (Reziproksäge): Mit speziellen Sägeblättern (für Holz oder Metall) sehr präzise und gut zu führen. Erzeugt moderate Wärme.
Hydraulisches Schneidgerät (Rettungsschere/Pedalschneider): Ideal bei metallischen Gegenständen (z. B. Baustahl, Geländerrohre). Arbeitet nahezu vibrationsfrei und ohne Funkenflug/Wärmeentwicklung. *Achtung:* Beim Durchtrennen kann es am Ende des Schnitts zu einem plötzlichen „Knackeffekt“ (Impulsübertragung) kommen, weshalb der Gegenstand extrem gut fixiert werden muss.
Handgeführte Schneidwerkzeuge (z. B. Bolzenschneider, Bügelsäge): Wenn es die Materialstärke zulässt, die schonendste Variante, da absolut vibrationsfrei, funkenfrei und ohne nennenswerte Hitzeentwicklung.
2. Rotierende / Thermische Trenngeräte (Nur unter Vorbehalt)
Diese Geräte bergen erhebliche Risiken bezüglich Funkenflug, Hitze und Vibrationen und erfordern zwingend begleitende Schutzmaßnahmen (z. B. Kühlung, Funkschutz).
Oszillationssäge: Bekannt aus dem medizinischen Bereich (Gipssäge), im
THL-Satz mancher Feuerwehren für feine Schnitte vorhanden. Vibrationsarm, aber Schnitttiefe ist oft limitiert.
Winkelschleifer (Flex) / Trennschleifer: Nur im Ausnahmefall bei extrem gehärtetem Stahl anzuwenden. Erfordert massiven Patientenschutz wegen extremem Funkenflug und starker Hitzeleitung in den Fremdkörper hinein.
Plasmaschneider / Thermische Lanze: In der Regel aufgrund der extremen Hitzeentwicklung direkt am Patientenkanal komplett ausgeschlossen (Gefahr von Verbrennungen im Wundkanal).
Wichtige begleitende Maßnahmen beim Trennen
Sicherung des Gegenstands: Der Pfählungsgegenstand muss vor und während des Schnitts durch Einsatzkräfte händisch oder mit Hilfsmitteln (z. B. Bindestrang, Formholz) absolut vibrationsfrei fixiert werden.
Kühlung: Bei maschinellen Trennverfahren muss der Wundrand und der Gegenstand permanent (z. B. mit Sprühwasser oder feuchten Tüchern) gekühlt werden, um thermische Schäden im Körperinneren zu verhindern.
weitere Hinweise
Quellenangabe
Stichwörter
Fremdkörperperforation, Thoraxtrauma, Polytrauma, Schockraum