Explosion einer Kernwaffe - Taschenkarte BfS

 

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Quellenangabe

Taschenkarten für den Radiologischen Notfall, Bundesamt für Strahlenschutz

Stichwörter

Taschenkarten für den Radiologischen Notfall KARTE 6

EXPLOSION EINER KERNWAFFE Kernwaffe: Vorrichtung, bei der eine Kettenreaktion genutzt wird, um eine Explosion zu erzeugen. Die Explosion ist um ein Vielfaches stärker als bei konventionellen Sprengstoffen. Vier Arten freigesetzter Energie: Druckwelle, heller Lichtblitz, Hitzewelle und Strahlung. Durch enorme Hitze verdampft im Nahbereich Material und wird nach oben gesaugt (führt zum „Atompilz“). Radioaktiv kontaminiertes Material in der Wolke fällt als Staub („Fallout“) zurück auf die Erde. Fallout kann durch Wind weit verbreitet werden.

Was sind die Gefahren? Verletzungen im Nahfeld der Explosion: • (tödliche) Verletzungen durch die Druckwelle und Hitzewelle • (schwere) Brandverletzungen durch die Hitzewelle und Folgebrände • Erblindung (durch den Lichtblitz) • Akute Strahlenkrankheit Gefahren in größerer Entfernung im Bereich des Fallouts: • äußere Kontamination (Kleidung oder Haut) oder innere Kontamination (durch Einatmen oder Verschlucken) • lang andauernde Strahlenexposition • Kontamination von Nahrung und Trinkwasser

Was erwartet mich als Einsatzkraft? Großes Gefahrengebiet: direkte Explosionswirkung bis zu mehrere Kilometer Abstand, großräumige Auswirkungen durch Fallout bis in einige hundert Kilometer Entfernung möglich Große Bereiche in den ersten 24 bis 48 Stunden für Einsatzkräfte aufgrund stark erhöhter Ortsdosisleistung nicht zugänglich. Medizinische Ersthilfe anfangs nicht oder kaum möglich

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Strahlenexposition durch den Fallout nimmt schnell ab: 48 Stunden nach der Explosion ist die Ortsdosisleistung auf ca. 1 Prozent des anfänglichen Werts abgesunken Strahlenexposition vor allem durch Gammastrahler gut messbar Massive Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur, ggf. kein direktes Erreichen des Einsatzortes bzw. von Betroffenen möglich Gefahr durch einsturzgefährdete Gebäude oder herabfallende Gebäudeteile Möglicherweise großflächige Brände als Folge der Explosion Sehr große Zahl an Verletzten möglich, häufig mit multiplen Verletzungen, ggf. in Kombination mit akuten Strahlenschäden

Wie kann ich mich als Einsatzkraft schützen und was ist zu beachten? Bester Schutz (auch für Ersthelfer*innen und Einsatzkräfte): Aufenthalt in Gebäuden, besonders in innenliegenden Räumen und Kellerräumen sowie Tiefgaragen und U-Bahn-Stationen. Aufenthalt im Freien unbedingt vermeiden (auch nicht in Fahrzeugen) Einnahme von Jodtabletten nicht sinnvoll: nur sehr geringer Beitrag von radioaktivem Jod zur Strahlenbelastung Tragen von Schutzkleidung und Messgeräten für die Dosisleistung (möglichst mit Alarmfunktion) bzw. Dosiswarngerät Im Gefahrengebiet nicht essen, trinken, rauchen; keine Kosmetika Gefahrengebiet ausschließlich über Dekon-Stellen verlassen (nächste Dekon-Stelle evtl. weiter entfernt; notfalls einfache Selbstdekontamination: Kleidung ablegen, unbekleidete Körperteile waschen) Aufenthalt im Gefahrenbereich schriftlich dokumentieren Nach einem Einsatz: Wenn eine gesundheitliche Gefährdung durch Kontamination oder Strahlenexposition nicht ausgeschlossen werden kann: Untersuchung durch ermächtigte*n Arzt/Ärztin, ergänzt durch Maßnahmen zur Reduzierung der psychischen Belastung